Der Frühling ist im Anzug und viele Vögel kommen langsam wieder aus dem warmen Süden zurück. Und ob Sie nun die kleinen bunten Singvögel oder die großen beeindruckenden Raubvögel genießen, fast jeder schätzt ein schönes Vogelbild. Leider kann es ziemlich schwierig sein, unsere geflügelten Freunde auf Foto festzuhalten. Deshalb geben wir einige Tipps, wie Sie dies am besten machen können.

Vogelfotografie

Foto: 600mm, f/8 mit 1/250 sec, ISO400

Kennen Sie Ihre Vögel

Möchten Sie eine bestimmte Vogelart fotografieren, dann ist es ratsam, sich in den Vogelart einzulesen und Ihren Plan entsprechend anzupassen. Möchten Sie zum Beispiel einen Eisvogel fotografieren, dann können Sie an dem Ort, wo Eisvögel regelmäßig beobachtet werden, einen Stock ins Wasser stecken und sich selbst in der Nähe verstecken, bis der Eisvogel auf dem Stock landet. Eisvögel sitzen zum Jagd oft auf Stöcken, also ist die Chance groß, dass Sie einen auf Foto festhalten können. Möchten Sie einen Kleinspecht fotografieren, dann werden Sie sich einen anderen Plan ausdenken müssen. Berücksichtigen Sie zudem die Jahreszeiten. Wer im tiefsten Winter eine schöne Goldamsel festhalten möchte, sieht sich schnell getäuscht.

Komposition

Wenn man Vögel fotografiert, hat man meistens wenig Zeit über die Komposition nachzudenken. Vögel sind ziemlich unberechenbar und sitzen meistens nicht still bis man eine schöne Komposition gefunden hat. Ein Vogel fragen, ob er sich etwas nach links oder rechts bewegt, ist selbstverständlich erst recht sinnlos. Glücklicherweise sorgt ein großes Zoomobjektiv schon schnell für einen unscharfen Hintergrund, der nicht ablenkt. Dieser unscharfe Hintergrund ist auch ideal für das Festhalten von Fotos mit einer guten Tarnfarbe: dank unscharfem Hintergrund verschwindet der Vogel nicht zwischen den Zweigen im Hintergrund. Eine Kamera mit hoher Auflösung kann bei Vogelfotografie sehr nützlich sein, so können Sie die Fotos hinterher erheblich zuschneiden, ohne dass sie so klein werden, dass sie unbrauchbar werden.

Stativ

Bei Verwendung eines großen Objektives ist es üblich, ein Stativ zu verwenden. Mit einem großen Objektiv wird jede Bewegung der Hand nämlich erheblich vergrößert, wodurch die Chance auf ein unscharfes Foto ziemlich groß ist. Die naheliegende Antwort hierauf ist, die Kamera auf ein Stativ zu setzen, um Bewegung zu verhindern, doch so entstehen leider mehr Probleme als gelöst werden. Wenn Ihre Kamera auf einem Stativ befestigt ist, wird es nämlich schwierig, die Kamera schnell zu bewegen. Das Folgen eines fliegenden Vogels wird so ziemlich schwierig. Wenn Sie einen Vogel fotografieren möchten, der z.B. an seiner Tränke mehr oder weniger still sitzt, dann kann ein Stativ eine Lösung bieten, aber ansonsten werden Sie doch wirklich zu einer kürzeren Verschlusszeit und einem höheren ISO-Wert greifen müssen. Eine Kamera und ein Objektiv mit guter Bildstabilisator können auch eine Lösung bieten, da sie hiermit längere Verschlusszeiten verwenden können und weniger Bewegungsunschärfe entsteht. Haben Sie ein besonders großes Objektiv, wie ein 600mm Objektiv, dann kann es besonders schwierig sein, um scharfe Fotos ohne Stativ zu machen. In diesem Fall können Sie am besten nicht ein Dreibeinstativ wählen, sondern ein sogenanntes Einbeinstativ. Dieses hat, wie der Name schon vermuten lässt, nur ein Bein und bietet darum mehr Bewegungsfreiheit. Dies geht auf Kosten einer gewissen Stabilität, aber wenn es um das Fotografieren von Vögeln geht, ist es bequem, etwas flexibler zu sein.

Sensoren und große Objektive

Größer ist nicht immer besser. Obwohl große Teleobjektive ideal für das Festhalten detailreicher Vogelbilder sind, ist dies bei Sensoren oft nicht der Fall. Ein kleinerer Sensor kann die Vogelfotografie sogar vereinfachen. Die Brennweite, die auf einem Objektiv angegeben wird, gibt ein Indiz, wie weit man damit schauen kann. Je größer die Zahl, desto größer die Entfernung, aus der man alles noch gut sehen kann. Die Brennweite, die auf einem Objektiv angegeben wird, geht von einer Vollformatkamera aus; eine Kamera mit einem Sensor im Format eines altmodischen 35mm-Films. Es gibt aber auch viele Kameras mit einem Sensor, der 1,6x oder sogar 2x so klein ist. Kameras mit einem Sensor, der um den Faktor 1,6 kleiner ist, werden auch wohl APS-C Kameras genannt und Kameras mit einem Sensor, der um den Faktor 2 kleiner ist, Micro Four Third oder MFT, und diese Kameras sind für die Vogelfotografie manchmal interessanter als Vollformatkameras. Ein kleinerer Sensor erhöht nämlich die effektive Brennweite. So bietet ein Objektiv mit einer Brennweite von 300mm an einer Kamera mit MFT-Sensor das gleiche Bild wie ein 600mm Objektiv an einer Vollformatkamera. Dank kleinerem Sensor können Sie demnach ein kleineres, kompakteres und leichteres Objektiv mitnehmen und die gleichen schönen Fotos machen.

Extender

Große Zoomobjektive sind oft ziemlich teuer, schwer und unhandlich. Zum Glück sind Extender erhältlich, die die Brennweite Ihres Teleobjektivs erhöhen, sodass Sie mit einem kleineren Objektiv aus größerer Entfernung fotografieren können. Mit diesen Extendern, auch wohl Telekonverter genannt, erhalten Sie eine größere Brennweite für einen Bruchteil des Preises eines neuen Objektivs, ohne dass dabei Ihr heutiges Objektiv viel größer wird. Ein Nachteil von Telekonvertern ist, dass die maximale Blende kleiner wird, wodurch Sie schneller zu einer kürzeren Verschlusszeit oder einem höheren ISO-Wert greifen müssen und dass die Bildqualität im Allgemeinen etwas abnimmt. Abgesehen davon, sind Extender eine hervorragende Ergänzung zur Ausrüstung von Naturfotografen.

Visdiefjes

Foto: 300mm, f/8 mit 1/2000 sec, ISO250

Kontinuierlicher Autofokus

Stellen Sie, bevor Sie einen Vogel fotografieren möchten, den Autofokus der Kamera auf AF-C (kontinuierlicher Autofokus). In diesem Modus führt die Kamera die Schärfe auch nach dem Fokussieren nach. Wenn ein Vogel in Ihre Richtung fliegt, ist die Chance, dass dieser scharf abgebildet wird, viel größer als beim Einzel-Autofokus. Auch ist es bei immer mehr Kameras möglich, den Autofokus so einzustellen, dass dieser auf ein Motiv fokussiert sobald es im Bild erscheint und das Motiv folgt, auch wenn es kurz nicht sichtbar ist oder es beschleunigt oder verzögert. Unser Tipp: Kennen Sie die Autofokusmöglichkeiten Ihrer Kamera und optimieren Sie diese Ihren Bedürfnissen entsprechend.

Vogelfotografie

Foto: 600mm, f/6.3 mit 1/200 sec, ISO320

Im RAW-Format fotografieren

Da Vögel in der Natur leben ist man automatisch vom Licht abhängig. Kombiniert man dies mit der Tatsache, dass Vögel sich meistens sehr schnell bewegen und man nur kurze Zeit hat, das Foto zu machen, dann versteht man, dass es ganz schön schwierig sein kann, ein Vogel direkt perfekt belichtet festzuhalten. Zum Glück speichern moderne Kameras ganz viele Daten, wodurch es möglich ist, im Nachhinein noch einige Einstellungen zu ändern. So können Sie, wenn Sie im RAW-Format geschossen haben, das Foto noch etwas heller oder dunkler machen. Auch ist es z.B. möglich, die Farbe noch etwas anzupassen oder etwas Kontrast hinzuzufügen.

Mit Geduld und Zeit kommt man weit

Selbst wenn Sie die optimale Ausrüstung haben, die Kamera perfekt eingestellt wurde und Sie an der richtigen Stelle bereitstehen, die schönsten Vögel zu fotografieren, besteht die Chance, dass Sie mit leeren Händen zurückkommen. Das kann frustrierend sein, aber es ist Teil des Sports. Bleiben Sie geduldig und warten Sie bis der perfekte Moment da ist und machen Sie dann viele Fotos. Speicherkarten bieten viel Speicherplatz für wenig Geld, also schießen Sie ruhig eine Karte voll, um hinterher das beste Foto auszuwählen. Es wäre schade, wenn Sie das perfekte Foto verpassen würden, weil Sie sich zurückhalten.

 

Digifoto Pro

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Dieser Artikel wurde von DigiFoto Pro geschrieben. Digifoto Pro ist ein Magazin für Fotografieliebhaber. Der Inhalt des Magazins besteht aus einer Mischung von Interviews, Rezensionen, Neuigkeiten und Portfolios und Fotografieprojekte. Dabei möchte Digifoto Pro seine Leser vor allem inspirieren, unterhalten, informieren und bewegen. Speziell für Photospecialist schreibt Digifoto Pro einzigartige und interessante Artikel.
 

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